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Kindliche Entwicklung und Familie

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Bestandsschutz für Sprachheileinrichtungen

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Welche Auswirkungen hat das Thema Inklusion auf die Sprachheilkindergärten? Diese Frage stellen sich derzeit viele betroffene Eltern aber auch Erzieher, Fachkräfte und Träger in der Region. Anfang Mai hat diesbezüglich ein offener Erfahrungsaustausch zwischen Mitarbeitern von Vitus als Träger von vier Sprachheilkindergärten im mittleren Emsland und Politikern der FDP stattgefunden.
„Für mich ist es besonders wichtig, Einrichtungen vor Ort zu besuchen, um Rückmeldungen aus der Praxis zu erhalten“, verdeutlichte Björn Försterling, Bildungspolitischer Sprecher und Mitglied im Kultusausschuss der FDP Fraktion Niedersachen gleich zu Beginn der Gesprächsrunde. Unterstützt wurde der Landtagspolitiker von den FDP-Kommunalpolitkern Frank Hofkamp, Berthold Schligten und Clemens Paul Schulte.
Inklusion ist ein wichtiges Thema, um gerade auch Kindern eine Möglichkeit zur Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu bieten. Ziel sollte es jedoch sein, für jedes Kind den richtigen Platz zu finden. Inklusion muss daher individuell und maßgeschneidert sein. Für den Bereich Sprache stellten sowohl Försterling als auch Michael Korden, Vitus-Geschäftsführer, die Bedeutung des Bestandsschutzes für Sprachheilkindergärten heraus.

   

 

Die Teilnehmer des Erfahrungsaustausches: v.l.n.r.: B. Schligten (FDP), F. Hofkamp (FDP), C. P. Schulte (FDP), MdL B. Försterling (FDP), S. Lindner (Vitus-Standortleitung), J. Bielke (Leitung Vitus-Kindertagesstätten) und M. Korden (Vitus-Geschäftsführer)  
   
Die Abgrenzung zwischen Sprachförderung und Sprachtherapie ist in der Praxis besonders wichtig. Sprachförderung zielt auf die Stärkung und Weiterentwicklung vorhandener Fähigkeiten in den Bereichen Sprachmelodie, Grammatik oder Wortschatz ab und wird häufig in Gruppen vermittelt. Kindern mit Sprachstörungen kann eine allgemeine Sprachförderung jedoch selten helfen. Sie brauchen eine logopädische Therapie, die in der Regel als Einzelbehandlung in Sprachheilkindergärten durchgeführt wird.

Ein großer Vorteil der Sprachheilkindergärten ist es außerdem, dass die Sprachtherapie spielerisch in den Tagesablauf integriert wird. Ein Team aus Erziehern, Heilpädagogen, Motopäden, Psychologen und natürlich Sprachtherapeuten kümmert sich intensiv um die Kinder. Auf eine Gruppe von acht Kindern kommen im Schnitt mindestens eineinhalb qualifizierte Gruppenkräfte, ergänzt durch die genannten Experten aus den unterschiedlichen Fachrichtungen. Nur so ist eine gezielte Gruppen- und Einzelförderung möglich. Und diese hat Erfolg, denn etwa 90 Prozent der Kinder werden nach durchschnittlich einjähriger Förderung in den Regelbereich entlassen.
   

 

   
Alle Teilnehmer waren sich darüber einig, dass die Kinder besonders früh in die Einrichtung kommen sollten. Eine Sprachtherapie macht gerade in den ersten Lebensjahren Sinn, weil hier noch nachhaltig in die Sprachentwicklung eingegriffen werden kann. Leider sieht die Realität oftmals anders aus. Viele Kinder haben bereits einen langen Weg von Arztbesuchen und ambulanter Sprachtherapie hinter sich, bevor sie in einem Sprachheilkindergarten aufgenommen werden.

Besonders interessiert zeigten sich die Politiker auch für den Bereich der hörgeschädigten Kinder. „Wir sind der einzige Träger zwischen Osnabrück und Oldenburg, der ein entsprechendes Angebot vorhält“, erklärte Jutta Bielke, Leiterin der Vitus-Kindertagesstätten. „Zudem bieten wir für jedes Kind eine pädagogisch-audiologische Überprüfung an, diese ist die Basis für eine individuelle Förderdiagnostik und -therapie“, so Bielke weiter.

In dem Sprachheilkindergarten an der Meppener Eschstraße sind derzeit fünf Gruppen untergebracht, zwei Gruppen davon sind für hörgeschädigte Kinder eingerichtet. Der Kindergarten ist mit einer Kinderzahl von insgesamt 40, davon 13 hörgeschädigte Kinder, voll ausgelastet. Zudem verfügt Vitus über weitere dezentrale Standorte in Groß Hesepe, Haselünne und Haren. Hier befinden sich die Sprachheilkindergärten immer unter einem Dach mit Heilpädagogischen Kindergärten und in direkter Nachbarschaft zu kooperierenden Regelkindergärten.